Also machte ich einen Termin beim Orthopäden.
Ich bin gesetzlich versichert. Das bedeutet: Wartezeit auf einen Termin durchschnittlich 3-5 Wochen.
Orthopäde #1: „Arthritis."
Verschrieb mir Ibuprofen und sagte, ich solle die Schulter schonen. 45€ Zuzahlung über drei Monate – 9 Packungen mit jeweils 20 Tabletten. Zwei Tabletten täglich. Drei Monate später: Meiner Schulter war es egal.
Orthopäde #2: „Rotatorenmanschettenzerrung."
Physiotherapie, drei Sitzungen pro Woche. 144€ Zuzahlung über vier Monate. 48 Sitzungen je 20 Minuten. Plus ca. 5 Minuten Wartezeit jedes Mal.
Das sind 20 Stunden Behandlung. Plus 4 Stunden Warten. Plus Anfahrt.
Meine Physiotherapeutin war nett. Sie drückte meinen Arm immer höher. Ich verließ jede Sitzung in schlechterem Zustand als ich kam. Sie sagte mir, ich würde mich nicht genug anstrengen.
Ich weinte nach jeder Sitzung auf dem Parkplatz. Aber klar... ich strengte mich nicht genug an.
Orthopäde #3: „Impingement."
Kortison-Spritze, direkt dort in der Praxis. 45 Minuten pro Spritze: 10 Minuten Wartezeit, 5 Minuten für die Spritze, 30 Minuten Beobachtung danach.
Es funktionierte.
Für drei wundervolle Wochen ließ der Schmerz nach. Ich griff nach einem Glas im obersten Regal und hätte fast geweint vor Erleichterung.
Ich dachte, vielleicht war das die Lösung.
Dann ließ die Wirkung nach. Kam noch schlimmer zurück. Als hätte es die ganze Zeit vor der Tür gewartet.
Zweite Spritze. Weitere 45 Minuten. Zwei Wochen diesmal.
Dritte Spritze. Nochmal 45 Minuten. Zehn Tage. Abnehmende Wirkung. So nannte er es. „Abnehmende Wirkung."
Ich fragte, was der Sinn sein soll.
Orthopäde #4: „Frozen Shoulder."
Sagte, ich sei in der „Einfrier-Phase." Sagte, es würde zur „gefrorenen" Phase übergehen und dann irgendwann „von selbst auftauen." Könnte 18 Monate bis 3 Jahre dauern.
Sie sagte es, als würde sie das Wetter beschreiben.
Als wären zwei Jahre, in denen ich mich nicht selbst anziehen kann, einfach nur eine Phase, durch die ich durch muss.